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Parité in den Parlamenten

Verstoßen die bayerischen Wahlgesetze gegen die Verfassung? Genau das soll der Bayerische Verfassungsgerichtshof auf Grund einer Popularklage prüfen. Die Klage geht davon aus, dass die jetzigen Wahlgesetze die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung der Geschlechter und die Beseitigung bestehender Nachteile verhindern.

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„Who Moves?!“ Feministische Perspektiven auf Migration

Nach „Who Cares?!“ verwendet die feministische Künstlerinnengruppe Swoosh Lieu bei ihrer neuen Produktion „Who Moves?“ erneut ein englisches Wort, um sich der Vorstellung einer Wirklichkeit anzunähern. Vorige Woche waren sie bei einer Podiumsdiskussion über „Feministische Perspektiven auf Migration“ im Frankfurter Mousonturm.

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Rosenlicht im November

Bettina Schmitz lässt uns mit ihren Augen ein Bild von Frauke Thein anschauen. „Lichtblick“ – eine Wohltat in den dunklen Monaten.

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Fördern, mehren, wachsen lassen… Zum Tod von Ursula Knecht

Ein Nachruf von Dorothee Markert

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Wieso stellen sich Männer eigentlich so gerne auf Parkplätze für Frauen?

…. fragt sich eine junge Mutter und berichtet von ihren Erfahrungen.

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Eine Quelle von guten Links: piqd Feminismen

Feminismus ist nicht gerade das zentrale und wichtigste Thema vieler Medien, aber es werden doch immer wieder gute Artikel dazu geschrieben. Nur: Wie lassen die sich auffinden? Eine Möglichkeit ist der Feminismus-Kanal der Seite „piqd“ – eine Empfehlung!

Keine wirkliche Reformation in Sicht

Von Dorothee Markert

Foto: Dorothee Markert

Vor einem Jahr schrieb ich hier schon einmal darüber, was mich am Hype um das Reformationsjubiläum ärgert. Ich hab es auch tatsächlich geschafft, keine einzige Veranstaltung dazu zu besuchen, nicht einmal jene über Frauen, die in der Reformation eine Rolle spielten, allen voran „Frau Luther“.

Denn solche Veranstaltungen können mich nicht mehr darüber hinwegtrösten, dass jene Reform nicht angegangen wird, die schon so lange überfällig ist: Die liturgische Sprache und vor allem auch die Liedtexte so zu verändern, dass deutlich wird, dass Gott kein Mann ist. Oder doch wenigstens so, dass die, die hier sprechen und singen, Frauen und Männer sind. Stattdessen werden neue Bibelübersetzungen gepriesen, die weit hinter das zurückfallen, was die „Bibel in gerechter Sprache“ einmal angestoßen hat. Und neue Gesangbücher werden gedruckt, die keine einzige Liedfassung enthalten, in der Gott auch als weiblich sichtbar wird, obwohl dafür oft nur ein paar Pronomen geändert werden müssten. (Hier hab ich ausführlicher darüber geschrieben).

Gestern beim eigentlichen Jubiläumstag war ich dann doch neugierig und ging zum zentralen Gottesdienst, da es mir gefiel, dass er hier, wo ich gerade Urlaub mache, ökumenisch gefeiert wurde. Das Thema „Ökumene“ wurde wirklich schön und lebendig herübergebracht, mit der Betonung darauf, dass es gut und wichtig sei, Differenz zu leben. Und immerhin wurde der Gottesdienst etwa zur Hälfte von Frauen vorbereitet und geleitet, drei Pfarrerinnen waren dabei, von denen ich eine sehr schätze.

Vielleicht hat es mich gerade deshalb so sehr geschmerzt und in meiner zunehmenden Hoffnungslosigkeit hinsichtlich einer Veränderung der Kirchen bestärkt, als am Ende stehend Luthers Lied „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“ geschmettert wurde. Denn es sah so aus, als hätte außer mir keine der anwesenden Frauen ein Problem damit, dies und auch noch den Schluss fröhlich mitzusingen:

„Nehmen sie (gemeint sind die Teufel) den Leib,
Gut, Ehr, Kind und Weib:
lass fahren dahin,
sie haben’s kein’ Gewinn,
das Reich muss uns doch bleiben.“

Autorin: Dorothee Markert
Eingestellt am: 01.11.2017
Tags: ,

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… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint