beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

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Kapitel 17: Noch einmal: Politik und Wirtschaft

Zum 20. Jubiläum der Flugschrift „Liebe zur Freiheit, Hunger nach Sinn“ haben wir das Büchlein hier erstmals online veröffentlicht. Dies ist das letzte Kapitel: Noch einmal: Politik und Wirtschaft.

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Merleau-Ponty I. : Empathie. Kontingenz. Aufspringende Knospen und das Mütterliche

Erster Teil des 5. Kapitels von Chiara Zambonis Buch, in dem sie sich mit dem Denken Merleau-Pontys über die Natur auseinandersetzt

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GIER- eine Rezension

Unbenommen, die Gier der Menschheit und die persönliche Gier ist ein zentrales Thema im sozialen Miteinander. Schon allein der Verweis auf das, was wir den Kindern an (gierig) angesammelter Materie auf der privaten Ebene überlassen (werden) – Thema Erbe/Haushaltsauflösungen der reich gefüllten Wohnungen und Häuser ist – bedrückend.

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Die hyperbolischen, handgehäkelten, herrlichen Riffe der Wertheims in Baden-Baden

Jutta Pivecka empfiehlt den Besuch der Ausstellung “Wert und Wandel der Korallen” von Margaret und Christine Wertheim in Baden-Baden. Noch bis zum 26. Juni 2022

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Erinnerungen an die Jugend

Wie war es, vor 130 Jahren als junge Studentin in die Schweiz zu kommen? Ricarda Huch hat es aufgeschrieben und Adelheid Ohlig stellt das Buch vor.

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Das Bügeleisen, der Inbegriff spießiger Attitüden?

Heike Brunner schreibt über das “spießige” (?) Bügeleisen – der siebte Beitrag aus unserer Serie “Küchengeschichte(n)-wie Haushaltsgeräte die Care-Arbeit veränderten und verändern

Abtreibung ist Menschenrecht. Vergewaltigte Frauen aus der Ukraine brauchen JETZT Hilfe!

Von Jutta Pivecka

Seit es der ukrainischen Armee gelungen ist, die russischen Besatzer aus den Gebieten nördlich von Kiew zu befreien, berichten immer mehr Frauen und Mädchen davon, dass sie von russischen Soldaten vergewaltigt wurden. Die ukrainische Aktivistin Kateryna Cherepakha sprach vor dem UN-Sicherheitsrat von Massenvergewaltigungen, von Töchtern, die vor den Augen der Familie und von Müttern, die in Anwesenheit der Kinder vergewaltigt worden sind. Vergewaltigungen als Kriegswaffe, um die Opfer zu demoralisieren und zu demütigen, sind in vielen Kriegen systematisch eingesetzt worden. Seit 2008 wird Vergewaltigung von den Vereinten Nationen als Kriegswaffe angesehen und soll als Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit geahndet werden. Anders als noch im Bosnien-Krieg scheint es in der Ukraine nicht zu einer Stigmatisierung der betroffenen Frauen zu kommen. 

Doch nicht wenige ukrainische Frauen sind nach einer Vergewaltigung damit konfrontiert, schwanger zu sein. Besonders dramatisch ist das für diejenigen von ihnen, die nach Polen fliehen konnten. Kein anderes Land hat so viele Frauen aus der Ukraine aufgenommen wie Polen. Doch das rigide Abtreibung(un-)recht in Polen verbietet ihnen die Abtreibung, auch nach einer Vergewaltigung. In Polen kümmert sich u.a. die Aktivistinnen-Organisation Aborcyjny Dream Team darum, diesen Frauen zu helfen, damit sie ihr Menschenrecht auf körperliche Selbstbestimmung wahrnehmen können.

Instagram: https://www.instagram.com/p/CcnUKoXohbo/

Auf dem Instagram-Account von ProChoice sind Hilfsorganisationen aufgeführt, die vor Ort in der Ukraine und Polen Frauen helfen: https://www.instagram.com/p/CcDyjbsMzmq/ und um Spenden bitten.

Eine andere Organisation, die sich um die Rechte der betroffenen Frauen und konkrete Hilfe kümmert, ist das International Council of Polish womenx. Sie haben auf Facebook einen Spendenaufruf für SEMA Ukraine veröffentlicht: 

https://www.facebook.com/polonijnaradakobiet/videos/2635460896598896/

Website: https://www.semanetwork.org/network-members-ukraine/

Link zum Spenden: https://zrzutka.pl/en/support-sema-ukraine?fbclid=IwAR1oA5CUoYXfU8_PRoxBIoAHIC5JBhZ5Bh5AbRX9vbKCDhObsWJfQejcCYg

Abortion without Borders hilft Frauen grenzüberschreitend in Europa: https://abortion.eu

femino teka hilft in Polen (Es gibt auch eine Seite auf Ukrainisch): http://feminoteka.pl

In Berlin bietet das Familienplanungszentrum Balance seit Mitte März gynäkologische Versorgung bei Konfliktschwangerschaften und Beratung für geflüchtete Mädchen und Frauen aus der Ukraine an: 

https://www.fpz-berlin.de

Auch das queer-feministische Kollektiv dziewuchyberlin.org engagiert sich für die betroffenen Frauen.

Das Pressereferat des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland antwortete auf meine Frage zum Thema: “Das Auswärtige Amt unterstützt (…)internationale Monitoring Mechanismen wie zum Beispiel das OSCE Office for Democratic Institutions and Human Rights (ODIHR) oder die OHCHR Human Rights Monitoring Mission in Ukraine, die bereits Vorwürfe sexueller Gewalt in der Ukraine untersucht. Weiterhin unterstützt das Auswärtige Amt über die Mukwege Stiftung u.a. das bestehende Netzwerk von Überlebenden konfliktbezogener sexueller Gewalt „SEMA Ukraine“, das seit 2014 sexuelle Gewalttaten durch pro-russische Separatisten in der Region Donbas anprangert und Überlebende unterstützt.” Eine konkrete Bezugnahme auf das Recht auf Abtreibung fehlt in der Stellungnahme.

Liebe Leserinnen, bitte helft mit, das Recht der Frauen auf körperliche Selbstbestimmung, auf ärztlich betreuten Schwangerschaftsabbruch und auf psychologische Beratung zu verwirklichen. Durch Spenden an die o.g. Organisationen, dadurch, dass ihr dem Thema mehr Aufmerksamkeit verschafft und dadurch, Informationen und Hilfsangebote zu sammeln. Ich werde dieses Blitzlicht kontinuierlich um weitere Informationen/Spendenaufrufe/Hilfsangebote ergänzen, von denen ich erfahre, und wäre auch sehr froh, wenn eine, die sich hierzu besser auskennt als ich, einen ausführlicheren Text zu dem Thema für bzw schreiben würde.  

Hier noch ein Link zu einem Text, der die Situation in Polen beschreibt (Englisch):

https://www.thequint.com/amp/story/news/world/ukraines-women-refugees-trauma-rape-trafficking-polands-sexist-laws#read-more

Autorin: Jutta Pivecka
Eingestellt am: 02.05.2022
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… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

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Illustration: Annekatrin Zint