beziehungsweise – weiterdenken

Forum für Philosophie und Politik

Neu in "dichten"

Auf der Kippe

#coronaeltern. also, meine liebe anne, was machen wir jetzt damit? revolution, wa? nee, is klar. kurzprosa und sommerurlaub. du weißt, wie cool du bist, oder?

Neu in "denken"

„Das Patriarchat ist zu Ende“ – Perspektiven und Strategien jenseits des Gender Mainstreaming

Wie bringt man die Denkansätze des Differenzfeminismus mit praktischen Anforderungen von Gleichstellungsarbeit zusammen? Ein Erfahrungsbericht von Christine Jung.

Neu in "denken"

Ein gutes Leben für alle erfordert ein neues Zukunftsdenken und Zukunftssprechen.

Wann ist eine Frau eine Frau, jetzt und in Zukunft? Ein weiterer Diskussionsbeitrag zum Begriff der Frau von Anne Newball Duke.

Neu in "denken"

Von der Begrenzung zur Selbst-Beschränkung des „Genug“

Dass positive Lockdown-Erfahrungen dauerhafte Einstellungsänderungen bewirken, hofft Dorothee Markert

Neu in "lesen"

Warum Frauen eine andere Medizin brauchen

Mit diesem Untertitel erschien ein differenziertes Buch zur Gendermedizin, einschließlich vieler Anregungen, wie Frauen gesund leben können.

Neu in "hervorbringen"

Care – ein Kriterium nicht nur in der Krise

In der Corona-Krise werden Care-Arbeiten sichtbarer, gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass sie noch immer nicht als Zentrum der Wirtschaft gedacht werden. Was bedeutet es, „Care“ als Kriterium für Entscheidungen zu nehmen? Dieser Frage geht Caroline Krüger nach.

2:1 – Stopp Hate Speech

Von Heike Brunner

Schluss mit Verunglimpfung von Frauen im Netz (und anderswo)

Das Urteil des OLG Köln6/20: Verunglimpfung von Frauen erfüllt den Strafbestand §130 Volksverhetzung

Das OLG Köln hat’s geläutet: Die pauschale Verunglimpfung von Frauen ist strafbar und fällt seit Juni 2020 unter den Tatbestand der Volksverhetzung, §130 StGB. 

Ab sofort gelten Behauptungen, Frauen seien „Menschen zweiter Klasse“, „minderwertige Menschen“ und „den Tieren näher stehend“, als pauschalisierte Verunglimpfung und als Tatbestand der Volksverhetzung. Genau über diese Worte, die auf einer Webseite veröffentlicht waren, wurde zuvor im Landgericht Bonn verhandelt und zunächst eine Strafe wegen Volksverhetzung verhängt. Im Berufungsverfahren wurde der Angeklagte, aus „Rechtsgründen“, wieder freigesprochen.

2:1 – Die Revison räumt auf

Eigentlich unfassbar, dass es dazu überhaupt eine Revision benötigte, aber was nun genau unter Volksverhetzung fiele und ob da die Mehrzahl einer Bevölkerungsgruppe (Frauen) mit gemeint sein könnte, musste das OLG Köln auf Antrag der Staatsanwaltschaft neu betrachten. Und siehe da, Schluss mit den Herabwürdigungen, Schluss mit Hassreden gegen Frauen im Netz, auf Blogs und Homepages, etc-pp..

Wenn Frauen unter Missachtung des Gleichheitssatzes als unterwertig dargestellt werden und ihre Menschenwürde angegriffen werde, sei davon auszugehen, dass sich der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt habe, so nun die Urteilsbegründung des OLG.

Sicherlich fraglich und kein lobenswertes Signal, dass die Mehrheit einer Gesellschaft auf diese Weise geschützt werden muss, aber die gesellschaftliche Realität lebt patriarchal und in diesem Kontext ist dieses Urteil überlebenswichtig. Denn erst kommt der Gedanke, dann das Wort, dann die Tat. Geschriebene Worte wirken zudem noch viel stärker in uns als gesprochene. Steht so etwas erst mal schwarz auf weiß da, ist die Legitimation und Hinführung schnell geschaffen, so etwas als “normalen Wortlaut” zu akzeptieren. (Siehe auch Artikel zur Etablierung/Konstruktion des Gutmenschen als Negativ-Begriff ) Was aus Hetze und Hass entsteht, wissen wir sehr gut. Die Gewalt gegen Frauen steigt und steigt seit Jahren, der Mord an Frauen hat einen Namen erhalten: Femizid. Die Hetze im Netz gegen Frauen hatte bisher freien Lauf.

Dieser Richterspruch kann, aktiv angewandt, mit dazu beitragen, die Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. Im Grunde ist es traurig, dass wir in einer Gesellschaft leben, die solch ein Urteil nötig hat, um ihren Frauenhass zur Räson zu bringen, aber es ist gut zu wissen, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der solche Urteile möglich sind.

Quelle

http://www.justiz.nrw.de/JM/Presse/presse_weitere/PresseOLGs/15_06_2020_/index.php?cookie-agree=-1 5-7-9.42

Autorin: Heike Brunner
Eingestellt am: 05.07.2020
Tags: , ,

beziehungsweise…

… ist ein Internetforum, das, von Beziehungen unter Frauen ausgehend – daher der Titel – , ein philosophisches und politisches Gespräch ermöglicht. Es ist aus dem Wunsch der Initiatorinnen heraus entstanden, eine Plattform für Ideen zu schaffen, die ausgehend von der weiblichen Liebe zur Freiheit die Welt verstehen und Gesellschaft gestalten. Es bietet eine Möglichkeit, Gedanken zu entwickeln und zu diskutieren, unterschiedliche Projekte und Netzwerke miteinander in Kontakt und ins Gespräch zu bringen, Informationen auszutauschen, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zur Welt zu bringen. An diesem Projekt kann sich grundsätzlich jede Frau aktiv beteiligen, die in irgendeiner Weise mit einer der Redakteurinnen oder Autorinnen in Beziehung tritt.

Weiterlesen

Illustration: Annekatrin Zint